Biologie und Ökologie des Wolfes

 

Der Wolf lebt in Rudeln (Familienverband) die je nach Beutetieren schwankt es besteht aber mindestens aus zwei Tieren meistens den Gründern. Wenn es viel Nahrung gibt kann ein Wolfsrudel bis 15 Mitglieder haben, ist jedoch wenig Nahrung vorhanden sind es nur 2 - 5. Das Leben in einem Rudel ermöglicht die Verteidigung eines Territoriums, eine bessere Ausnutzung der Nahrungsressourcen und vor allem bietet es Sicherheit für die Aufzucht der Welpen. Die Alpha - Wölfe kennen jeden Winkel ihres Reviers, was die Chancen erhöht, sich bei Gefahr in Sicherheit zu bringen. Die Welpen bleiben mehr als ein Jahr bei den Eltern bevor sie das Rudel verlassen (und ein neues Rudel gründen) was eine längere Lernzeit bedeutet.

Die soziale Organisationsform des Wolfs ist das Rudel, wo eine klar definierte Rangordnung herrscht. Die wichtigste Aufgabe des Rudels ist der Schutz der Welpen. Typische Aufgaben für die Erwachsenen in diesem Zusammenhang sind das Warnen der Welpen bei Gefahr, die Welpen immer wieder zum Bau zurückführen und ihnen Nahrung zu bringen. Das Alpha - Paar steht zuoberst in der Rangordnung, gefolgt vom Beta - Männchen. Anschliessend kommen die subdominanten Mitglieder, das heisst die Welpen der vorangehenden Jahre. Die unterste Stufe bilden die einjährigen Tiere, die Welpen und zum Schluss das Omega - Männchen dass den Aggressionen der restlichen Rudelmitglieder ausgesetzt ist. Diese Position ist aber nicht immer besetzt. Die
sozialen Bindungen sind zum Wohl des Rudels sehr stark, vor allem unter den zusammen aufgewachsenen Mitgliedern.

Das Alpha - Paar bestimmt die lebenswichtigen Aktivitäten des Rudels z.B.: Jagd, örtliche Verschiebungen, Verteidigung des Reviers (markieren, heulen). Die wichtigste Aufgabe des Alpha - Paars ist jedoch die Regulation der Fortpflanzung. Die Kontrolle wird vor allem durch das Alpha - Weibchen durchgeführt, welches die anderen Wölfinnen im Rudel an der Fortpflanzung hindert. Grundsätzlich bringt immer das Alpha - Weibchen die Welpen zur Welt. Die anderen Weibchen des Rudels beteiligen sich oft an der Aufzucht dieser Welpen.

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Der innere Zusammenhalt des Rudels, das Aufrechterhalten der Sozialstruktur, die Verteidigung des Reviers, kurz gesagt das Überleben des Rudels, hängt von der Kommunikationsfähigkeit der Wölfe ab. Es ist unmöglich ohne eine Sprache eine Rangordnung in einem Rudel aufrechtzuerhalten. Die Wölfe haben ein komplexes Kommunikationssystem entwickelt, welches sich vor allem des Gesichtsausdrucks, der Körperhaltung, des Blicks, der Vokalisierung (heulen, winseln, knurren) und der olfaktorischen Mitteilung (Urin, Kot, Scharrspuren) bedient.

Subdominante Mitglieder, z.B. junge Weibchen, werden manchmal vom Rudel verstossen. Andererseits verlassen ein oder zweijährige Jungtiere oft auch das Rudel vorübergehend oder später ganz. Sie führen dann ein einzelgängerisches Leben, bis sie einen Partner gefunden haben und mit ihm ein neues Rudel gründen.

Der Speisezettel des Wolfes hängt vor allem von den zur Verfügung stehenden Beutetieren ab. Der Wolf jagt bevorzugt Hirsche, Rehe, Gemsen, Mufflon und Wildschweine. Der Steinbock erscheint selten unter seinen Opfern, wohl weil die Art nicht leicht zugänglich ist. Der Wolf nimmt oft Haustiere, besonders Schafe und Ziegen. Er jagt auch kleinere Tiere wie Hasen, Murmeltiere, manchmal Füchse und Kleinsäuger. Der Wolf ergänzt gelegentlich seinen Speisezettel mit kleineren Früchten, Insekten, Lurchen, Vögeln und Reptilien. Er frisst bisweilen auch Gräser, dies wohl mehr zur Förderung der Verdauung als um seinen Hunger zu stillen. Der Wolf ist aber auch Aasfresser, und zögert nicht, Abfallhalden aufzusuchen, wenn die Nahrung knapp ist.

Die Schätzung des Nahrungsbedarfs erlaubt die Berechnung der Anzahl von einem Wolf erbeuteten Huftiere pro Jahr. Der Tagesbedarf eines Wolfs beträgt ungefähr 3.7 - 4.5kg oder anders gerechnet 0.13 - 0.21kg Hirschfleisch pro Wolf und Tag. Der mittlere Nahrungsbedarf eines Wolfes ist somit ungefähr 25 Hirsche pro Jahr.

 
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