Ich stand an der Schlucht, und dachte über mein Leben nach, ob es einen Sinn hatte und ob ich richtig entscheide. Na ja jetzt ist sowieso alles zu spät, ich werde hier und jetzt mein Leben beenden!
Es fing alles vor einer Woche an, ich verlor die Rechte an einigen Aufträgen und verlor immer öfter, na ja, als weiblicher Anwalt hat man es nicht leicht, dachte ich zuerst, bis es immer mehr bergab ging und ich gekündigt wurde, dann ging ich auch noch Pleite und mein Freund verließ mich. Schlimmer konnte es nicht mehr kommen! , dachte ich, doch es wurde schlimmer, ich verlor meine Wohnung und landete auf der Straße.
Jetzt war es aus, ich wollte und konnte nicht mehr, es wahr ein großer Schritt, vom Erfolgreichen Rechtsanwalt zur Bettlerin.
Ich nahm alles was ich hatte , das nur aus einem Bettlacken und einen Sack voll Brot bestand, mit mir und ging ein letztes Mal zu meinem Lieblingsplatz, hier auf der Schlucht, wo ich immer Ruhe und natürliche Schönheit fand. Wo der Wind mir immer Trost ins Ohr flüsterte und die Vögel mich fröhlich stimmten. Ja hier wollte ich mein Leben beenden!
Ich horchte in die Schlucht hinein, aber es war kein Laut zu hören, ich musste an meine Kindheit denken, wie oft war ich hier gewesen, und habe Zuflucht vor der hektischen Welt gesucht. Habe mich inspirieren lassen und Portraits gemalt. Hier war ich allein, als wäre ich der einzige Mensch auf Erden, als wäre alles noch so wie hier, ruhig, ohne Abgase, Technik, ohne Stress, Verschmutzung, hier war noch ein Stück vom Paradies, vielleicht sogar eines der letzten unberührten Gebiete auf der Welt.
Ich kam wieder in die Realität zurück, hörte wieder die Vogelstimmen, die mir scheinbar ein Abschiedslied sangen, und näherte mich dem Abgrund.
Wen würde es schon interessieren, ob ich jetzt da springe oder nicht, niemanden!
Ich schloss erneut die Augen und spürte schon, den Sog, der die Felswand entlangwehte, und , und , ich konnte nicht, irgendetwas ließ es nicht zu, enttäuscht drehte ich mich um, aber blieb sofort wie angewurzelt stehen, ein Wolf, ein weißer Wolf versperrte mir den Weg!
Er sah mir in die Augen, ließ nicht los, mit fragenden, und interessierten hellen Augen umklammerte er mich, auch die Vögel hörten auf zu zwitschern und es war plötzlich totenstill. Ich wusste nicht, was das zu bedeuten hat, aber es hatte was mit dem Wolf zu tun. Noch immer ließ er mich nicht los, als wollte er verhindern, das ich springe, ich fühlte mich, als würde jedes Tier hier in der Nähe mich beobachten, ich spürte einen Kloß im Hals, jetzt konnte ich erst recht nicht springen, ich hielt es nicht mehr aus, diese Anspannung!
AHHHHHH!!!! Ich schrie laut auf und ich hörte, wie die Vögel und andere Tiere erschreckt davoneilten, nur einer war noch da, der Wolf. Was wollte er nur ? Plötzlich sprang er auf und rannte davon, ich wollte aber jetzt wissen, was es damit auf sich hatte, und folgte ihm schnell. Ich kam zu einer Lichtung, und verlor ihn aus dem Augen, doch sah ich rechts von mir eine Hütte, sie schien bewohnt aus und ich ging hin, begutachtete es und klopfte an.
Und ein Mann öffnete, und schaute mich verwundert an, für einen Moment trafen sich unsere Blickte und ich wusste, mein Leben hatte wieder einen Sinn.
Ich freundete mich mit Jack an und verbrachte mein Leben mit ihm, hier in der unberührten Natur.
Einen Tag nach dem ich Jack getroffen hatte, glaubte ich den Wolf nochmalgesehen zu haben, aber dann sah ich ihn nie wieder.
Ich hörte dann später, dass es viele Sagen über einen Wolf gibt, der dieses Tal und deren Bewohner beschützt.
Vielleicht war er das, vielleicht war er aber auch mein Schutzengel, auf jeden Fall hat er mein Leben verändert!!
 Von Manuela Kainz
 
Ach wie schön das Leben doch ist,
so viel Neues zu entdecken gibt.
Trete aus der Höhle, sehe eine neue Welt.
die mir jetzt schon gut gefällt.
Mama sitzt ganz nah und schaut mir zu,
wie ich herumtoll und des Lebens erfreu,
hüpfe, springe, fiepe und belle
und mich packt eine Freudenwelle,
sehe noch die Unschuld der Natur,
hab von den Gefahren noch keine Spur,
unbekümmert renne ich den Hang hinunter,
tobe mich aus und werd immer munter,
doch die Gefahr längst schon in der Nähe ist,
sie hinterm nächsten Baume kauert,
mit seinem Todbringer lauert.
Dann plötzlich spür ich einen stechenden Schmerz und falle zu Boden.
Ich jaule auf und sehe Blut aus meiner Schulter laufen,
dann sehe ich ihn vor mir, und ich frage mich was das ist?
Habe so was noch nie gesehen, und wieso greift er mit an mit solcher List?
Was hab ich ihn den getan? Sag mir wer du bist.
Doch dann kommt er auf mich zu, dieses Ding auf mich gerichtet...
Dann seh ich Mama auf ihn springen und zu Boden reißen, beißend, sich mir verpflichtet,
doch dann ist das Ding auf sie gerichtet..
Ein Schuss wiederhallt und ihr Körper erschlafft und fällt auf die Erde,
Ich verstehe nicht was geschieht, kann nicht begreifen was geschehen werde,
Krieche zu Mama, doch sie rührt sich nicht, ich jaule und tiefer Schmerz mich trifft,
doch dann packt mich dieses Wesen und trägt mich außer Sicht,
steckt mich in ein gitternes Gefängnis und schafft mich hinfort,
weit wegen von meinem Heimatort.
Da hilft kein Klagen, kein Beißen,
gnadenlos hört er nicht auf, mich aus meiner Welt zu reißen.
Er pickst mich mit Nadeln, gibt mir altes Fleisch zu fressen,
ach wär ich doch auch Tod, könnt ich all das vergessen,
doch plagt mich die Erinnerung an vergangene Zeiten,
doch noch immer lässt dieses Monster keinerlei Gnade walten.
Unaufhaltsam quält es mich weiter, und hält meine Seele gefangen.
Doch in meinen Gedanken bin ich noch frei,
bin ich noch dort bei meinem Rudel und meine Mutter am Leben,
ach w¨rd dieses Wesen mir nur den Gnadenschuss geben.
Doch ich weiß, mein Schicksal ist hart und erbarmungslos,
und immer wieder frag ich mich, wieso macht er das bloß?
Was hab ich getan, was hab ich verbrochen,
um erleben solch grausame Wochen?
Nun weiß ich, welch Grauen hier überall auf uns lauert,
welch haarloses Wesen hinter jedem Winkel kauert,
so gebt acht ihr anderen Wölfe, pflegt euer Leben,
den sie werden euch jagen und vergiftete Köder geben,
so dass ihr nicht mein Schicksal erleidet und sie euch eurer Seele berauben,
seid wachsam, stets misstrauisch und eure Fähigkeiten ausbauen,
Und achtet auf alle Spuren,
den nur so könnt entkommen dies grausamen Kreaturen.
 Von Manuela Kainz
 
Einst war ich ein wunderschönes Wesen,
war ein mächtiger Jäger gewesen.
Doch dann bin ich gestorben,
und habe meine Seele verloren.
Ein Mensch hat sie mir entrissen,
nur um meinen Körper neben seinen anderen Trophäen zu wissen.
Er hat mir mein Leben beraubt, mich meinem Rudel weggenommen,
und ich weiß er wird noch einmal wiederkommen.
Auch mein Rudel wird er jagen, bis sie tot in seinen Händen liegen,
doch frage ich mich, was will er davon kriegen?
Was gibt ihm das Recht das zu tun,
es geht nicht ums Überleben, wieso lasst ihr uns nicht ruhn?
Wir leben in Einklang mit der Natur,
doch von euch ist davon längst mehr keine Spur,
Er hat verlernt auf die Stimme der Wildnis zu hören, seinen Instinkten zu vertrauen,
stattdessen ist er nur betacht seine Macht auszubauen.
Er preist nur den Tod und die Zerstörung,
schreckt auch nicht vor sein eigen Fleisch und Blut zurück,
glaubt findet so sein ewiges Glück.
Doch haben sie längst ihre Seele verloren und müssen deshalb unsere Seelen stehlen
damit sie sich nicht weiter mit Wahnsinn rumquälen.
Doch auch dann sind sie längst noch nicht weise, hören auf, alles zu zerstören,
hört doch auf, auf die Stimme des Todes zu hören!
Wenn sie so weitermachen, rotten sie nicht nur uns aus,
sondern machen auch gleich der ganzen Welt den gar aus.
Auuuuuuuuuuuuuuuuuuu, da hilft auch kein Heulen, kein Klagen.
die Menschen werden uns trotzdem weiter jagen...
 Von Manuela Kainz
 
Ich schreite voran in das Licht,
es nimmt mich auf und hält mich fest.
Warme Strahlen umgeben mich und die Wärme erleuchtet mein Herz.
Vergessen ist all der Schmerz.
Von überall her strahlt Wärme und Fröhlichkeit.
Goldene Strahlen tanzen um mich rum und das Licht erhellt meinen Geist.
Ich sehe andere meiner Art, wie sie mich freundlich begrüßen,
weg ist all der Kummer und das Leid,
hier , die ihr alle hier nun bei mir seid.
Wie hab ich euch vermisst, ihr meine Brüdern und Schwestern.
Meine Kameraden und Freunde, ihr mein Rudel.
Nun bin ich auch bei euch, jetzt und für alle Ewigkeit.
Nichts kann uns mehr trennen, kein Mensch kann uns mehr quälen.
Denn eins können sie uns nicht nehmen, unsere Seelen.
Sie lebt ewig und immerdar, auch wenn sie einst sterblich war.
Nun bin ich hier, am Ende des Lichts und weiß,
mein sterbliches Leben ist vorbei.
Doch nun ist alles einerlei,
hier liegt nun meine Bestimmung,
von hier kann ich alles sehn
sehe unsere anderen Kameraden,
die noch da unten sind und Leid ertragen müssen.
Doch mich packt hier keine Trauer, weil ich weiß,
dass ich sie eines Tages wiedersehe, sie auch hier bei uns sein werden.
Und dann sind sie auch befreit, ist ihre Seele frei und ihr Geist ungebunden.
Werden sie erkennen, das hier das wahre Glück ist,
der einzige Ort, an dem sie uns nichts tun können,
an dem sie uns nicht folgen können.
Hier sind wir frei, frei für alle Ewigkeit.
 Von Manuela Kainz
 
Schüsse wiederhallen.
Sag mir wo bist du, Mama?
Wo bist du hin?
Hilflos schreie und fiepe ich nach dir.
Meine Augen, noch geschlossen.
Meine Pfoten noch zu klein um mich zu tragen.
Mein Maul noch zu schwach um zu kauen.
Mein Magen knurrt und ich brauche Milch.
Doch du bist nicht da.
Auch meine Geschwister fiepen verzweifelt.
Doch keiner kommt.
Einsam und verlassen sitzen wir in der Höhle.
Hilflos winden wir uns und unsere kleinen Bäuche knurren immer mehr.
Stunden vergehen und wir werden immer schwächer.
Langsam entzieht der Hunger immer mehr Lebenskraft aus unseren kleinen Körpern.
Doch noch immer kommst du Mama nicht zurück.
Unser Fiepen wird immer leiser und unserer Bewegungen langsamer.
Unsere winzigen Pfoten versuchen irgendwo Halt zu finden, doch vergebens.
Wir frieren. Keine Mama wärmt uns mit ihrem Fell.
Unsere kleinen Ohren horchen, doch vernehmen nichts.
Tage vergehen und noch immer bist du nicht da, Mama.
Wir sind bereits zu schwach um zu fiepen, uns zu bewegen und aus bitterer Kälte wird langsam Wärme.
Goldene, grelle Strahlen des Lichts tanzen um uns rum und nehmen uns in sich auf, während der letzte Lebensfunke aus uns weicht.
Unsere kalten, verlorenen Körper bleiben zurück, eng umschlungen vor Kälte und Hilflosigkeit. Die Augen noch immer geschlossen, nie das Licht der Welt wirklich erblickt.
Wo bist du nur hin Mama?....
 Von Manuela Kainz
 
Ich habe dir dein Junges entrissen.
Hab es weggebracht, weit fort von hier.
Habe deinen traurigen, flehenden Blicke ignoriert,
dachte das es auch so wieder gut wird.
Doch es war ein Fehler, ich habe versagt,
und nun werde ich mit Schuldgefühlen geplagt.
Ach hätt ich dich doch zurückgebracht, bei Nacht.
Mit weichen Schritten ganz sacht,
doch ich war egoistisch und stur,
was mach ich nun nur?
Nun sehe ich in deinen traurigen, vorwurfvollen Augen,
wie sie meine Trauer in sich aufsaugen.
Nun geht sie zu ihm hin, leckt ihm ganz sacht übers Gesicht,
doch was sie auch tut, er erwacht nicht.
Doch es ist kein Versuch der Verzweiflung die sie dazu treibt,
nein, der Respekt und die Liebe zu ihrem Kind ist wieso sie nun bleibt.
Voller Fürsorge stups sie ihn an, ,mit ihren kalten Schnauze im Bann.
Der Anblick verteilt mir mein Herz, zerreißt es in Fetzen.
Ach könnt ich alles ungeschehn machen,
hätt ich nie vollbracht all dies schreckliche Sachen.
Doch nun ist alles von dannen, zu spät für Reue und Sühne,
nun geht nur mehr das Ende über die Bühne.
Verloren ein Leben, voll Trauer das Rudel,
nie wieder wird sein hohes Fiepen sie rufen.
Ich verlasse den Ort, mein Herz voller Trauer, meine Gedanken ganz fern.
Selbst am Anfang hatte ich den kleinen schon gern.
Doch nie würde die Liebe das seines Rudel übersteigen,
und so soll sein Körper hier in des Rudels Mitte verweilen,
von Mutter Erde umgeben und so wird sein Geist in Ewigkeit leben.
Auch meine Seele hat sein Tod verändert, nun bin ich weise,
und mache mich auf auf die Reise,
die Reise in ein neues Leben, voll tierischer Menschlichkeit und voll Güte,
so werd ich nie wieder solch Fehler begehn und als neuer Mensch nun leben.
Nie wieder wird es solch schreckliches Unglück mehr geben...
 Von Manuela Kainz